Mähdrescher

Australiens Getreideproduktion steht unter großem Druck


Australien, der zweitgrößte Weizenexporteur der Welt, bereitet sich darauf vor, seine Weizenproduktionsprognose für die Saison 2023/24 deutlich zu senken, da das El-Niño-Wettermuster Trockenheit auslöst, die die Erträge beeinträchtigt.

Die Anpassung der Prognose würde das weltweite Weizenangebot verringern, das aufgrund der niedrigen Erträge in den Exportländern bereits angeschlagen ist.

Australien ist ein Hauptlieferant für wichtige Abnehmer wie China, Indonesien und Japan und spielt eine entscheidende Rolle für den globalen Weizenmarkt. Die Verschärfung des El-Niño-Phänomens hat nach einem bereits rekordverdächtig warmen Winter zu einer lang anhaltenden Dürre geführt.

El Niño und die daraus resultierende Dürre stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Nahrungsmittelproduzenten in ganz Asien dar. Australischer Weizen sowie die Palmöl- und Reiserzeugung in Südostasien sind besonders anfällig für diese klimatischen Herausforderungen.

Das Maklerunternehmen IKON Commodities geht davon aus, dass die Ernte um mehr als 10 Millionen Tonnen geringer ausfallen wird als im vergangenen Jahr und bezeichnete dies als “erheblichen Verlust”.

Marktexperten und Händler gehen davon aus, dass das Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Science (Abares) seine ursprüngliche Prognose für die Juni-Erzeugung von 26,2 Millionen Tonnen um etwa 1 Million Tonnen nach unten korrigieren wird. Diese Prognose entspricht einem Rückgang der Produktion um 34% gegenüber dem Vorjahr.

Die Abwärtskorrektur erfolgt vor dem Hintergrund dreier aufeinanderfolgender Rekordernten in Australien, die auf starke Regenfälle zurückzuführen sind.

Nach einer Analyse von Reuters könnten die ungünstigen Witterungsbedingungen die weltweiten Weizenvorräte bei den wichtigsten Exporteuren auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt drücken. Dieser Trend fällt damit zusammen, dass Kanada, der viertgrößte Weizenexporteur der Welt, vor kurzem Produktionskürzungen aufgrund des trockenen Wetters angekündigt hat.

Auch die argentinischen Ernten leiden unter den ungünstigen Witterungsbedingungen, während starke Regenfälle die Weizenproduktion in China beeinträchtigt haben.

Ein in Singapur ansässiger Händler, der australischen Weizen an Importeure in Asien liefert, erklärte, die australische Ernte werde wahrscheinlich unter 25 Millionen Tonnen liegen, da das Wetter vor allem an der Ostküste und in Teilen Westaustraliens heiß und trocken gewesen sei.

Die Weltmarktpreise für Weizen sind in diesem Jahr um 25% gesunken, was vor allem auf das hohe Angebot aus Russland zurückzuführen ist.

Quelle: Ukragroconsult (Ukraine)

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